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Podium- Pfarrer Thomas Darscheid stellte am 13.12.2010 die Stiftung vor.

Helfen wo sonst niemand hilft
Pfarrei St. Matthias Neuwied gründet Stiftung

Neuwied – „Helfen, wo sonst niemand hilft“: Das ist das Ziel der Sankt-Matthias-Stiftung Neuwied, die jetzt ihre Arbeit aufgenommen hat und am 13. Dezember im Schloß Neuwied vorgestellt wurde.

Die rechtsfähige öffentliche kirchliche Stiftung wird von der katholischen Kirchengemeinde St. Matthias Neuwied getragen und dient „ausschließlich karitativen Zwecken“, betonte Pfarrer Thomas Darscheid, der auch Stiftungsvorsitzender ist. Karitatives Handeln sei eine Grundfunktion der Kirche, man orientiere sich an Jesus Christus, der sich den Menschen am Rande der Gesellschaft zugewandt habe. „Wir wollen konkret sein und Menschen vor der eigenen Türe helfen“, sagte Darscheid. Gleichzeitig sollen auch in der Tradition und aus den Erfahrungen der Nachbarschaftshilfe Menschen dazu aufgerufen werden, mitzuhelfen und zuzustiften. Besonders erfreut zeigte sich Darscheid, dass die neue Stiftung auf einer breiten und ökumenischen Basis steht: Dem Beirat der Stiftung gehören der Neuwieder Oberbürgermeister Nikolaus Roth, Carl Fürst zu Wied, Vertreter des Caritasverbandes, der Casino-Gesellschaft und der evangelischen Marktkirche an.

Rechtsanwalt Kai Uwe Ritter, der dem Stiftungsvorstand angehört, informierte, das Stiftungskapital in Höhe von 100.000 Euro stamme aus dem Vermögen der Kirchengemeinde und aus Spenden, die die Kirchengemeinde für soziale Zwecke erhalten habe. Er betonte, die Stiftung solle kein Ersatz für staatliche Institutionen sein, sondern stelle eine Ergänzung zum sozialstaatlichen System dar. Um das Stiftungskapital und damit die Erträge daraus zu mehren, sollen vermögende Menschen, aber auch Wirtschaftsunternehmen angesprochen werden. Darüber hinaus könne natürlich „jeder Interessierte“ eine Spende tätigen, betonte Ritter. Der Kreis der möglichen Empfänger sei bewusst breit angelegt. Ob Kinder und Jugendliche, Senioren oder Menschen mit Migrationshintergrund: „Menschen in Not“ soll geholfen werden, es gebe „keine Abstufung oder Rangfolge“, sagte Ritter. Darscheid ergänzte, man habe vor allem Menschen in der Kirchengemeinde und der Stadt Neuwied im Blick: „Ein Bezug zur Stadt sollte gegeben sein.“

Oberbürgermeister Roth dankte für die Initiative. Die Realität zeige, dass es einen großen Bedarf für solche Aktivitäten gebe. Es brauche Institutionen, die „schnell, unbürokratisch und überkonfessionell“ arbeiten. „Ich hoffe, dass die Stiftung von der Spendenbereitschaft vieler profitiert“, wünschte Roth. Für Carl Fürst zu Wied ist es eine „ehrende Selbstverständlichkeit“, die Stiftung zu unterstützen. „Der entscheidende Punkt ist, dass man sich gegenseitig hilft.“

Fälle von Menschen in Not könnten direkt an die Stiftung gemeldet werden, erklärte Darscheid, der beratende Beirat entscheide dann über die Anträge. Er berichtete von ersten Unterstützungsmaßnahmen. Noch im Dezember werde die Gebühr für eine Befreiung bei der Zuzahlung bei Medikamenten für eine traumatisierte Frau in Höhe von 50 Euro übernommen, für zwei Kinder würden Matrazen für je 70 Euro angeschafft. Außerdem werde der Umzug einer Familie, bei der Mutter und Vater krank sind, aus einer schimmelbefallenen Wohnung mit 280 Euro unterstützt, und eine Frau, die unter den Folgen von Folter leide, erhalte einen Zuschuss von 250 Euro zu einer dringend benötigten Brille.

Information: Sankt-Matthias-Stiftung Neuwied, Telefon 02631-25964, E-Mail stiftung@st-matthias-neuwied.de, Internet www.sankt-matthias-stiftung.de, Spendenkonto 130 369 523, Sparkasse Neuwied, BLZ 574 501 20

(Text und Fotos: Bischöfliche Pressestelle Koblenz)

Beirat der Stiftung Wollen mit der St. Matthias-Stiftung Menschen in Not helfen: Kai Uwe Ritter, Carl Fürst zu Wied, Pfarrer Thomas Darscheid, Oberbürgermeister Nikolaus Roth und Vorstandsmitglied und Pfarreienratsvorsitzender Wolfgang Stollhof (vlnr)